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Projekt eCharge – E-Autos induktiv beim Fahren aufladen

Elektroautos erfreuen sich stetig wachsender Nachfrage. Doch zu wenig Lademöglichkeiten und hohe Kosten für Batterien schrecken mögliche Käufer ab. An der Lösung arbeiten nun Wissenschaftler der TU Braunschweig und wollen mit dem Projekt „eCharge“ induktives Laden für E-Autos ermöglichen.

Die Idee der Zukunft

Ladestationen sind von gestern. Zumindest in den Augen der TU Braunschweig. Denn hier arbeitet man verschärft an einer Möglichkeit für berührungsloses Laden von Elektrofahrzeugen. Dabei wird während der Fahrt das geliebte E-Auto geladen. Ohne Kabel, ohne langes Warten, Projekt „eCharge“. Ein flächendeckendes Netz geschaffen durch Induktionsmodule. Diese werden in den Asphaltbelag der Straßen eingesetzt und schon kann es los gehen. Unterstützung bekommt das Projekt von Unternehmen aus der Automobilproduktion, Verkehrswegebau und Energie-Infrastruktur. Die Zusammenarbeit mit diesen wichtigen Branchen garantiert eine effektive Verbesserung der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Und Kosten für Batterien werden ebenfalls sinken.

Wie die Technik funktioniert

Die Technik hinter dem induktiven Laden.

Die bereits erwähnten Module basieren auf induktiver Energieübertragung. Werden Straßen neu gebaut oder erneuert, so können die Spulen ganz leicht eingesetzt werden. Dabei reicht eine Tiefe von nur zehn Zentimetern aus. Danach bedeckt eine Asphaltschicht die Technik und nichts ist mehr von außen zu sehen. Das einzige Indiz liefern die Management Units, welche aller 90 Meter aufgestellt sind. Diese Steuerschränke halten Kontakt zum Fahrzeug und schalten je nach Bedarf bestimmte Streckenabschnitte an oder ab. Damit diese Kommunikation jedoch möglich ist, übermitteln die Spulen alle wichtigen Informationen über Kabel an die Unit. Diese Kabel führen aller 1,65 Meter aus der Straße heraus. Gebündelt liegen sie dann in den Steuerschränken.

Sollte diese Technik im Stadtverkehr funktionieren, so ist auch ein System für Autobahnen geplant. Hierbei werden 25 Kilometerlange Korridore in regelmäßigen Abständen gebaut. Jeder dieser sogenannten E-Korridore soll dann die Reichweite des Elektrofahrzeuges um bis zu 20 Prozent verlängern.

Weitere Erforschungsgebiete der TU

Die Wissenschaftler der TU Braunschweig arbeiten nicht nur an Möglichkeiten ihre Technik in Straßen zu verbauen, sondern auch an dem ökonomischen Betrieb ihres Systems. Die Untersuchung geeigneter Einbauweisen übernimmt dabei das Institut für Straßenwesen. Immer mit dem Ziel die induktive Ladetechnik in den Straßenaufbau bestmöglich zu integrieren. Hinzu kommt die Erforschung von Straßenbaustoffen, die einen möglichst schadstofffreien Einsatz der Induktionsmodule erlauben. Ebenso die Prognosen zur Lebensdauerberechnung von Straßenbelägen mit dieser Technologie hat die TU Braunschweig im Sinn. Somit soll eine neue Asphalttechnologie die Funktionen der Ladetechnik dauerhaft garantieren. Und auch Beanspruchungen durch Verkehr und Witterungen standhalten. Erste Erfahrungen im Bereich induktiven Ladens konnten die Wissenschaftler bereits sammeln. Denn seit 2014 fährt der kabellose Elektrobus „Emil“ im Braunschweiger Linienbetrieb. Mit 1,9 Millionen Euro wird das Projekt „eCharge“ finanziert. Dem Ziel „innovative klima- und umweltfreundliche und nutzbare Technologien auf die Straße zu bringen“, steht damit kaum etwas im Weg.

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