Reisen

Schneetreiben

Graue Wolken bedecken den Himmel und vetreiben das Strahlen der Sonne. Ein leichter Wind zieht auf. Man kuschelt sich in seinen Mantel, setzt die Handschuhe auf und zieht die Mütze tiefer ins Gesicht. Und dann trifft es einen. Eine kleine Schneeflocke ist auf die Nase gefallen und schongleich wieder verschwunden. Eine zweite verfängt sich in den Wimpern, eine dritte lässt sich auf dem Handschuh nieder. Die Flöckchen verweilen nun etwas länger auf der Haut. Verschiedene Muster aus Zacken und … sind so schön anzusehen. Keine ist wie die andere. Sie erlauben es ihre Schönheit für einen kurzen Moment zu bewundern, und dann verschwinden sie erneut.

Größere Flocken mischen sich langsam unter die Kleinen. Sie verbinden sich miteinander und bleiben auf dem Boden liegen. Seichte Abdrücke der Stiefel bleiben zurück. Die Umgebung hüllt sich in ein weißes Tuch aus Schnee. Ganz fein verteilt er sich auf allen Häusern und Bäumen. Die leeren Äste bekommen etwas Schmuck. Kristalle bilden sich auf den verbliebenen Früchten des Weißdorn. Die Schneeflocken gleiten zum Boden. Leichter als Feder scheinen sie der Erdanziehungskraft entgegen zu wirken.

Die Sonne ist bereits untergangen. Eiszapfen bilden sich an den Straßenlaternen, die vereinzelt Licht spenden. Unverändert rieselt der Schnee vom Himmel. Bei jedem Schritt knirscht es unter den Schuhen. Die Spuren im Schnee werden tiefer, doch sind alsbald vom Winde fortgetragen. Die Luft ist kühl und frisch. Sie legt sich aufs Gesicht. Die Wangen werden schon leicht rot. Kleine Wölkchen steigen bei jedem Atemzug in die Höhe. Ein paar Kinder sind nach draußen gekommen und starten eine Schneeballschlacht. Sie rollen sich im Schnee, machen Schneeengel und bauen kleine Schneemänner.

Die Füße versinken langsam im Schnee. Die Straßen sind leer. Kaum ein Auto ist unterwegs. Überall leuchtet es in den Fenstern. Wind zieht seicht durch jede Gasse und treibt den Schnee voran. Im Licht sehen die Flöckchen aus wie feiner Glitzer. Sie wirbeln umher und tanzen in der Luft. Unbeschwert. Völlig frei. Nachdem die Schuhe abgeklopft wurden, empfängt dich die Wärme deines Zuhauses. Die Kleidung schnell auf die Heizung gelegt. Der beruhigende Tee, oder auch heiße Kakao fühlen sich wie eine Umarmung an. Die Seele ruht.

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