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Test/Testbericht: FIFA 14 (PS3)

Mit FIFA hat EA einen wahrhaften Topseller im Repertoire. Auch dieses Jahr stürzten sich die Fans wieder auf den Ableger. Zu Recht? Gilt nicht zu befürchten, dass durch den Umschwung auf den Konsolenmarkt solche Games auf der Strecke bleiben? Wieso sollte EA ein sich ohnehin gut verkaufendes Spiel auf PS3 oder Xbox360 nochmals besser machen, wenn in wenigen Wochen die Next-Gen-Konsolen an den Start gehen, wo es definitiv einen ganzen Haufen an Innovationen geben wird? Ob EA tatsächlich zwei verschiedene Games entwickelt hat und ob es sich lohnt, bei FIFA 14 schon jetzt zuzuschlagen, erfahrt ihr im Test.

Erst denken, dann handeln!

Skepsis war tatsächlich angebracht, da man sich in der Branche mittlerweile durchaus auf die Ausrichtung auf PS4 oder Xbox One konzentriert. Doch vorweg: die Skepsis war unangebracht. EA hat mit FIFA 14 nochmal einen ordentliche Schritt nach vorne gemacht und der Serie einen würdigen Generationswechsel beschert. Was sofort auffällt: Das Spiel ist langsamer geworden. Zwar nicht so langsam, wie in PES14, aber schon gedrosselter. Vorbei die Zeiten, wo ein langer Ball aus der Abwehr den Gegner komplett überrumpelt und man so fast garantiert zum Torabschluss kommen konnte. Jetzt bleibt mehr Zeit, um die Angriffe überlegter und präziser zu planen und auszuspielen. In aller Ruhe und Übersicht mit Kurzpassspiel aus der Abwehr heraus, ein Raum schaffendes Dribbling und anschließend der tödliche Pass. Das klappt wunderbar und schafft viel mehr Realismus. Negativ anzumerken ist hier jedoch, dass sehr viele Bälle von außen zum Torerfolg führen – zu viele. Das Problem kennt man ja bereits aus früheren Teilen und es besteht noch immer. Zwar wurden die erzielten Tore nach Flanken deutlich verringert, dafür fallen aber nach Ecken viel zu viele Kopfballtore. Das stört ein wenig.

… die Defensive gewinnt Titel

Durch das verlangsamte Spiel hat man nun besser als je zuvor die Möglichkeit, die eigene Abwehr bei gegnerischen Angriffen in Stellung zu bringen. Das funktioniert mit etwas Übung auch sehr gut. Hat man den Dreh raus, ist die eigene Viererkette mehr und mehr ein Bollwerk und jeder Passversuch des Gegner bleibt hängen. Dieses Phänomen tritt aber nicht nur auf, wenn man die Abwehr selber steuert. Die KI hat ebenfalls nochmals ordentlich zugelegt. Die KI-Abwehr stellt nun nämlich genauso gut die Räume zu, deckt die Angreifer und geht deutlich aggressiver auf den ballführenden Spieler zu. Hier wird es mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad immer kniffliger, die Lücke zu finden und damit wird es immer wichtiger, das Spiel in Ruhe aufzubauen und auf die richtige Gelegenheit zu warten. Ein riesen Schritt in Richtung Realismus!

Skills sind alles

Wen man sich doch einmal entscheidet, mit dem Ball am Fuß durchzustarten, dann könnte man dennoch große Erfolge feiern. Zumindest, wenn der eigene Spieler hohe Skill-Werte auf Schnelligkeit und Laufstärke besitzt. Denn die Unterschiede in den Skills der einzelnen Spieler fallen nun noch viel deutlicher aus. Wenn ein Spieler hohe Geschwindigkeitswerte hat, merkt man dies auch. Auf der einen Seite finden wir das gut, auf der anderen Seite kann es frustrieren, wenn ein Schweinsteiger oder ein Kroos ständig Laufduelle gegen Spieler verlieren, die um Klassen schlechter sind als sie. Besonders zwischen den Ligen fallen solche Unterschiede sehr stark auf. Man könnte meinen, der Bundesligist spielt gegen einen Kreisligisten, so stark sind die Unterschiede. Grundsätzlich ist es aber gut, dass die Fähigkeiten und Werte der Spieler nun eine höhere Berücksichtigung finden. Nun kann man nämlich auch mit den Fähigkeiten der Spieler taktieren und schon bei der Aufstellung überlegen, wo der Spieler mehr Vorteile für das Team bringt. Ein Sprinter auf außen, ein Ballverteiler in der Mitte und ein Zweikämpfer vor der Abwehr. Was ebenfalls gut ist, sind die geführten Zweikämpfe. In der Vergangenheit war es oft so, dass bei einem Aufeinandertreffen zweier Spieler meist der die Oberhand hatte, der die höhere Spielerbewertung hatte. Vorbei! Jetzt entscheidet im Zweikampf tatsächlich ab und an der Zufall mit. Wenn der Verteidiger besser zum Ball steht, dann bleibt er auch der Sieger. Egal, ob Christiano Ronaldo oder Mitchell Weiser auf die Abwehr stürmen. Auch schön ist, dass der Ball nach diversen Aufeinandertreffen herrenlos durchs Mittelfeld trudelt, bis sich seiner ein anderer Spieler annimmt. Auch das schafft mehr Realismus.

Neue Physik, neues Gefühl

Wo wir auch schon beim Thema Physik angekommen sind. Denn diese ist in FIFA 14 durchaus anders. Nämlich besser! Zum einen gibt es nun eine realistischere Ballphysik, die, wie bereits erwähnt, teilweise auch zu Unberechenbarkeiten führt. Damit einher geht auch ein unberechenbarer Torabschluss. Nicht jeder Ball wird zur Fackel und es kommt immer darauf an, wie die Haltung vor dem Torabschluss aussieht. Gut gelungen! Auch die Abstöße oder Freistöße sehen nun besser aus. Was auch besser aussieht, sind die Animationen. Die Bewegungen der Kicker sind flüssiger und schicker. Dazu trägt sicher auch die neue Physik bei, die das Hauptaugenmerk auf die Schwerkraft legt. Es ist jetzt viel schwerer, von einer Bewegung abprubt in eine andere überzugehen. Für solche Bewegungen muss man nun mehr Zeit einplanen. Etwa im Vollsprint die Richtung um 180° zu drehen, ist nun nicht mehr ganz ohne Probleme möglich. Apropos Schwerkraft: bullige Stürmertypen oder allgemein robuste Spieler wandeln endlich authentisch auf dem digitalen Rasen umher. Man kann ihre Wucht, mit der sie die Zweikämpfe bestreiten, beinahe spüren. Die Optik der Sprints wurde in FIFA 14 ebenfalls poliert. Zieht man das Tempo an, ist der Ball schwerer zu kontrollieren und häufig verzettelt man sich. Je nachdem wie hoch die Skill-Werte sind, dribbelt man sicher durch die Abwehr oder ins Aus. Auch bei Ballannahme oder Ballmitnahme wurde eine Schippe draufgelegt. Denn je nach Bewertung der Spieler klebt entweder der Ball am Fuß oder er springt Meterweit weg.

Nicht so kompliziert!

Die Steuerung ist in etwa identisch mit der des Vorgängers. Es wurde hier lediglich an kleinen Stellschrauben gedreht, um die Sache runder zu gestalten. Beispielsweise sind die Spezialbewegungen noch immer mit dem rechten Stick zu steuern, allerdings muss man hierfür nicht mehr die L2-Taste gedrückt halten. Das vereinfacht alles ein wenig und man verhindert Fingerverrenkungen. Damit wird nicht nur Neulingen der Einstieg erleichtert, auch Profis tricksen nun komfortabler.

Wer die Wahl hat…

Selbstverständlich kann man auch dieses Jahr aus einer Vielzahl von Spielmodi auswählen. Hier hat sich nicht viel getan. Es ist auch nicht zwingend nötig, da man schon jetzt die Qual der Wahl hat. Dennoch gibt es hier und da kleine Veränderungen. So wurde im Manager-Modus das globale Scouting-Netzwerk eingeführt. Hier kann man dem Scout seine favorisierten Attribute nennen, auf die besonders Wert gelegt werden soll und dieser sucht dann in einem festgelegten Gebiet nach interessanten Spielern. Eine sehr schöne Idee, die dem Transfergeplänkel neues Leben einhaucht. Auch online gibt es etwas Neues zu bespielen. Im Saison-Modus kann man nämlich mit einem Freund zusammen gegen zwei andere Spieler antreten. Eine nette Idee – nicht mehr, nicht weniger. Ansonsten bleibt alles beim Alten – auf hohem Niveau natürlich. Im Ultimate Team Modus gilt es neuerdings Chemistry Styles zu verteilen. So haben die jeweiligen Styles immer gewisse Attribute, die dann bestimmte Werte der Spieler verbessern. Eine nette Neuerung ohne großen Tiefgang.

Technisch sauber

Der Stand der Technik ist in FIFA 14 noch einmal gestiegen. Die Menüs wurden überarbeitet und sehen jetzt einfach schicker aus. Die Animationen der Spieler sind wieder ein Stück näher an die Perfektion gerückt. Selbst die Zuschauer wurden aufpoliert. Zwar sind sie nicht so schön geworden wie in PES14, allerdings ist das neu animierte Publikum ein Schritt in die richtige Richtung. Die Grafik allgemein ist ungefähr die gleiche wie im Vorjahr. Also auf hohem Niveau. Hier sind wir sehr auf die Next-Gen-Optik gespannt. Der Soundtrack ist wie jedes Jahr phänomenal und die Kommentatoren gewohnt stimmig, zwar mit kleinen Aussetzern, aber solide. An der Atmosphäre im Stadion wurde dieses Jahr etwas mehr Hand angelegt. Die Stimmung im Stadion mit original Fangesängen und ekstatischen Torjubel ist sehr authentisch und lässt ein gutes Gefühl beim Zocken aufkommen. Aufdrehen und Genießen!

Lizenzen soweit das Auge reicht

FIFA war schon immer der Krösus in Sachen Lizenzen. Und so wundert es auch nicht, dass hier dieses Jahr wieder einmal kein Auge trocken bleibt. Man kann so ziemlich jede Liga mit Original-Mannschaft und -Kader spielen. In England beispielsweise geht es gewohnt bis nach unten in Liga vier. In Deutschland reicht es immerhin bis in die 2. Bundesliga. Die 3. Liga ist sicherlich frommer Wunsch der Fangemeinde. Ebenso die türkische Liga sollte endlich integriert werden. Ansonsten sind jedoch nahezu alle Wünsche erfüllt.

Fazit

Alle Jahre wieder stürmen Genre-Fans in die Läden und räumen den Anbietern die Regale leer. Und alle Jahre wieder tun sie dies völlig zu recht. EA hat es wieder geschafft, viele kleine Dinge an FIFA zu ändern, sodass man ein besseres Gesamtpaket erhält. FIFA 14 ist taktischer, schöner und spannender als je zuvor. Nach kurzer Eingewöhnungsphase rollt der Ball besser als vorher. Egal ob Einsteiger oder FIFA-Veteran, hier darf jeder ohne zu zögern zugreifen! Wenn die „alten“ Versionen schon so dermaßen rocken, wie schaut das alles erst auf den Next-Gen Systemen aus? Wir sind gespannt und haben auch ein wenig Angst (um unser Berufs- und Familienleben). FIFA 14 ist bei Amazon für derzeit 56,90€ zu haben.

Positiv

–          verbesserter Optik

–          schönere, flüssigere Animationen

–          grandioser Soundtrack

–          phänomenale Stadionatmosphäre

–          neue Physik schafft mehr Realismus

–          Steuerung vereinfacht

–          Skill-Werte mehr im Vordergrund

–          Viele Lizenzen

–          neues Scouting-System

Negativ

–          Skill-Werte sorgen manchmal für zu hohe Unterschiede zwischen Spielern

–          besonders die Geschwindigkeit der Spieler wirkt sich zu stark aus

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