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Preview: Scrolls



Der schwedische Entwickler und Publisher Mojang ist ein noch recht junges Unternehmen, das erst im Jahr 2009 in Stockholm gegründet worden ist. Nichtsdestotrotz konnte die kleine Firma enorm schnell weltweiten Ruhm erlangen, denn sie sind die führenden Köpfe hinter dem Spiel Minecraft, das sich wohl am besten als Open-World-Survival-Spiel bezeichnen lässt und das bereits 2011 seinen offiziellen Release feiern durfte, obwohl schon im Vorfeld hunderttausende von Beta-Versionen verkauft worden sind. Nachdem bereits im selben Jahr die Alpha-Version von Cobalt, einem Action-Jump’n’Run einige Interessenten gefunden hat, gibt es derzeit die Beta-Version des neuesten Mojang-Streiches zu erstehen: Mit Scrolls wagen sich die schwedischen Entwickler an ein Strategie-Kartenspiel mit Rollenspielelementen. Wir haben für euch schon mal die Vorabversion getestet, die sich zwar noch am Anfang des langen Weges befindet, jedoch schon einige gute Eindrücke hinterlassen hat.

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Glaube an das Herz der Karten!

So oder ähnlich lautete der Slogan einer berühmten Anime-Serie, die sich ebenfalls mit einem Kartenspiel auseinander setzte. Und auch beim Start von Scrolls muss man sich zunächst auf seine eigene Intuition verlassen, denn man wird dazu aufgefordert, sich für eines der vorkonstruierten Decks zu entscheiden, die auf jeweils eine der aktuellen Energieressourcen basieren: Growth, Order, Decay und Energy bestimmen derzeit die verschiedenen Kartendesigns im Spiel, allerdings arbeiten die Entwickler fleißig an weiteren Kategorien, so ist zum Beispiel Decay erst vor kurzem auf dem Live-Server eingespielt worden. Dabei steht jede dieser Energieressourcen für eine bestimmte Spielart: Growth setzt sein Vertrauen in kleine und schnelle Kreaturen, die jedoch wachsen, wenn bestimmte Konditionen erfüllt sind, wie zum Beispiel bestimmte Kreaturentypen, die auf dem Feld sein müssen und dadurch andere vom selben Typ verstärken. Außerdem wird auf Verzauberungen zurück gegriffen, die eine einzelne Kreatur stärker machen. Energy verlässt sich im Kampf auf Direktschaden, sowie auf große Kanonen, die das gesamte Spielfeld bombardieren können. Außerdem werden auch selbstmörderische Einheiten eingesetzt, die sich nach dem Verursachen von Schaden selbst zerstören.

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Die dritte Ressource, Order, verhält sich, wie der Name schon vermuten lässt, sehr kontrolllastig und versucht eine Partie über eine längere Distanz zu gewinnen. Dazu werden teure, aber besonders effektive Kreaturen verwendet, die den verbündeten Einheiten im Umfeld einen Bonus mitgeben. Dazu kommen von der Ferne aus angreifenden Einheiten, die viel Schaden machen, aber besonders geschützt werden müssen, wofür verschiedene Verzauberungen zur Verfügung stehen, die entweder Schaden reduzieren oder Lebenspunkte heilen. Außerdem versuchen sich Spieler, die sich dieser Kategorie angeschlossen haben, einen taktischen Vorteil durch Manipulation des Spielfeldes zu erarbeiten. Die neueste Ressource ist, wie bereits erwähnt, Decay, die etwas selbstzerstörerisch angelegt ist, dafür aber großartige Zaubersprüche besitzt, die den gegnerischen Kreaturen schwer zusetzen können. So kann zum Beispiel eine beliebige Kreatur auf dem Spielfeld zerstört werden, allerdings bekommen dafür alle eigenen Kreaturen Schaden. Allgemein versucht Decay durch Manipulation an gegnerischen Kreaturen einen Vorteil zu erzielen: So wird zum Beispiel die Angriffskraft von feindlichen Einheiten gesenkt oder diese werden vergiftet, wodurch sie jede Runde einen Schadenspunkt erhalten. Die Kreaturen dieser Ressource sind ebenfalls ähnlich tückisch und können nicht nur vergiften, sondern auch zusätzlichen Schaden verursachen, wenn im Vorfeld bestimmte Konditionen – wie zum Beispiel das Sterben einer Kreatur – erfüllt worden sind.

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Aller Anfang ist schwer!

Nachdem ihr euch für eines der vorgefertigten Decks entschieden habt, könnt ihr direkt loslegen und euch in die verschiedenen Spielmodi stürzen. Neulinge wählen wahrscheinlich zunächst das Tutorial, in dem nach und nach das Prinzip hinter den Schriftrollen (engl: Scrolls) erklärt wird: Jede Runde zieht man eine Schriftrolle und hat dann verschiedene Möglichkeiten: Man kann eine Schriftrolle abwerfen und somit seinen Energiehaushalt um eins erhöhen. Dabei startet man normalerweise ein Duell mit null Energie und darf auch nur eine Rolle pro Spielzug abwerfen. Eine weitere Möglichkeit hat ebenfalls mit dem Abwerfen zu tun: Man kann eine Schriftrolle gegen zwei Neue tauschen, aber man kann dafür jedoch diese Runde seinen Ressourcenhaushalt nicht weiter erhöhen – und umgekehrt, sprich: Wer bereits die Anzahl der zur Verfügung stehenden Ressourcen erhöht hat, kann keine weitere Rolle gegen zwei Neue tauschen. Außerdem kann man natürlich auch eine Rolle benutzen, wobei es vier verschiedene Kategorien an Spruchrollen gibt: Verzauberungen, Kreaturen, Strukturen und Sprüche. Verzauberungen können nur auf Kreaturen und Strukturen gesprochen werden und können dabei sowohl positive und negative Effekte haben. Positive Effekte erhöhen zum Beispiel Angriffskraft oder Lebenspunkte oder sorgen für einen schnelleren Angriff, negative bewirken das genaue Gegenteil davon.

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Kreaturen haben neben den Ressourcenkosten drei wichtige Zahlen: Die Angriffskraft, die bestimmt, wie viel Schaden bei einem Angriff ausgeteilt wird, die Lebenspunkte, die bestimmen, wie viel Schaden eine Kreatur bekommen kann, bevor sie stirbt, sowie die Anzahl der Runden, die vergehen müssen, bevor die Kreatur angreift. Das Spielfeld besteht aus zwei Seiten, jede mit fünf Reihen und pro Reihe gibt es drei Spielfelder. Jeder Spieler kann seine Kreaturen und Strukturen nur auf seiner eigenen Seite in einem nicht okkupierten Feld rufen und Kreaturen greifen immer den ersten Gegner auf der gegenüberliegenden Seite beim Feind an – und zwar ganz automatisch am Ende der eigenen Runde. Außerdem können Sie sich jede Runde ein Feld weit bewegen, solange dort kein Verbündeter steht. Strukturen fungieren ähnlich wie Kreaturen, haben jedoch keine Angriffskraft, sondern dafür eine in Relation gesehen hohe Anzahl an Lebenspunkten. Normalerweise besitzen sie auch keine Rundenzahl, da sie nicht angreifen können, allerdings haben manche Strukturen einen besonderen Effekt, der alle X Runden ausgelöst wird und dann zum Beispiel alle verbündete Einheiten heilt oder jeder feindlichen einen Schadenspunkt zufügt. Sprüche sind einmalige Aktionen, die zum Beispiel Schaden austeilen, eine Kreatur zerstören oder auf die Hand ihres Besitzers zurück bringen oder für eine Runde zusätzliche Effekte verleihen.

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Zerstöre die Ikonen und gewinne das Spiel

Das Ziel des Spiels ist eigentlich ganz einfach: Am Ende einer jeden Reihe auf dem Spielfeld steht eine sogenannte Ikone, die zehn Lebenspunkte besitzt. Um zu gewinnen muss man lediglich drei der fünf Ikonen zerstören – und zwar nach Möglichkeit schneller als der Gegner. Doch natürlich klingt das wesentlich einfacher, als es sich am Ende herausstellt, da natürlich der Gegenüber immer mitspielt und versucht, selbst zu gewinnen, während er euch an euren Strategien hindert. Besonders stark sind natürlich die wenigen Karten, die direkt Schaden an den Ikonen anrichten und dadurch das Zünglein an der Waage sein können. Außerdem ist es wichtig, das eigene Deck zu kennen, denn wenn ihr wisst, ob ihr euren Ressourcenhaushalt weiter ausbauen solltet oder lieber Karten zieht, dann könnt ihr möglicherweise einen Vorteil herausschlagen. Gleiches gilt natürlich für den Einsatz der eigenen Karten, denn zu wissen, wann ihr eine Kreatur opfern solltet, um im Gegenzug mehr Schaden durchzubringen, ist eine wichtige taktische Maßnahme. Scrolls ist nämlich – wie man so schön sagt – einfach zu erlernen, aber schwierig zu meistern!

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Ein Deck sollte aus mindestens 50 Karten bestehen, mit genau so vielen Schriftrollen beginnt ein Starterpaket auch. Um an neue Karten zu kommen, kann man die Ingame-Währung eintauschen und entweder einzelne zufällige Rollen aus der eigenen Ressourcenkategorie, weitere Starterpakete oder einen sogenannten Booster mit zehn Schriftstücken aus allen Kategorien, inklusive einer garantierten seltenen Karte, kaufen. Das Gold dafür bekommt man durch ganz normale Duelle oder durch das Absolvieren von sogenannten Trials, in denen bestimmte Gegebenheiten überwunden werden mussten. Meistens beginnt der Gegner bereits mit Einheiten im Spielfeld, wodurch ihr zunächst im Hintertreffen seid und euer gesamtes Geschick aufwenden müsst, um den Computer zu besiegen. Außerdem gibt es natürlich einen Multiplayer-Modus, in dem ihr gegen einen menschlichen Gegner via Internet antreten könnt. Neben einem Quick-Match, bei dem ihr einen zufälligen Gegner bekommt, gibt es auch das sogenannte Ranked Match, bei dem ihr – je nachdem, ob ihr gewinnt oder verliert – Punkte bekommt und im Ranking aufsteigen könnt. Außerdem ist ein Tournament-Mode geplant, der jedoch im Moment noch nicht aktiv ist.

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Persönliches Fazit

Scrolls ist ein klassisches Strategiespiel der alten Schule: Verschiedene Einheiten mit unterschiedlichen Fähigkeiten kämpfen gegeneinander und der Spieler besitzt dazu verschiedene Support-Möglichkeiten. Durch das richtige Taktieren mit den Einheiten, Verzauberungen und Sprüchen versucht man einen möglichst großen Vorteil herauszuarbeiten und verlässt sich dabei auf verschiedene Strategien: Möglichst schnell viele kleine Einheiten sollen den Gegner überrennen, bevor der einen Fuß auf den Boden bekommt. Oder man benutzt vor allem Strukturen, um die eigene Verteidigung zu stärken und versucht den Gegner mit enorm großen und teuren Einheiten zu erledigen. Oder man nutzt eben Direktschaden, während man den Boden schützt. Oder oder oder…den Möglichkeiten ist grundsätzlich keine Schranke gesetzt – abgesehen natürlich von dem derzeit noch recht kleinen Kartenpool, der auch noch sehr schwer zu bekommen ist. Zwar ist es kein Problem selbst über Internet einen gegnerischen Duellanten zu finden, aber für den 10-Rollen-Booster, der das einzig lohnenswerte Ziel im Shop ist, muss man 1.000 Gold bezahlen, aber ein normales Duell gibt nur circa 100 Gold, wenn es gut läuft und man denn gewinnt. Eine gute Sammlung aufzubauen dauert also sehr lange. Natürlich befindet sich Scrolls derzeit erst bei Version 0.1, allerdings ist bereits viel Potential vorhanden und wenn die Entwickler weiterhin fleißig an dem Spiel arbeiten, dann kann Scrolls ein weiterer Superhit werden!

Positiv:
- interessantes Spielkonzept
- sehr viele taktischen Möglichkeiten
- viele Updates und Weiterentwicklungen
- passende Grafik
- gute Musik- und Sounduntermalung
- funktionierendes Matchmaking-System

Negativ:
- im Moment eine relativ geringe Anzahl unterschiedlicher Schriftrollen
- langsamer Spielprozess
- gerade am Anfang sind Trials unglaublich schwer

Im Moment kann man Scrolls lediglich über die offizielle Homepage kaufen.

Habt ihr schon einen Scrolls-Account? Was haltet ihr von dem Spielkonzept? Teilt uns eure Meinung doch im Forum mit.

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Euer Hardbloxx-Team
Test erstellt von Hardbloxx.Fefestars

Ein Gedanke zu “Preview: Scrolls

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